Borreliose & Artemisia annua

Borreliose & Artemisia annua – ArtemiCure®

Borreliose & Artemisia annua

Für Interessierte, Betroffene und Angehörige

ArtemiCure® – Medizinische Evidenzlage | Stand: März 2026

Borreliose – auch Lyme-Borreliose genannt – ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa und Nordamerika. Viele Betroffene kämpfen nach der Diagnose mit der Frage: Gibt es neben Antibiotika weitere Möglichkeiten? Artemisia annua, der Einjährige Beifuß, rückt dabei zunehmend in den Fokus.

Diese Seite erklärt verständlich, was Artemisinin gegen Borrelia-Bakterien kann, welche Formen der Erkrankung damit erreicht werden – und was Artemisia bei chronischen Verläufen und Co-Infektionen wie Babesiose leisten kann.

Wichtiger Hinweis

Artemisinin ist kein Medikament gegen Borreliose, wird aber international in vielen Therapieplänen angewendet.
Bei Verdacht auf Borreliose: sofort einen Arzt aufsuchen.
In der Frühphase sind Antibiotika (Doxycyclin, Amoxicillin) die etablierte Therapie.
Artemisia kann komplementär eingesetzt werden – immer in Absprache mit dem Arzt.

Was ist Borreliose – und was macht sie so schwierig?

Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht, das bei einem Zeckenstich übertragen wird. Das Tückische: Das Bakterium ist ein Meister der Tarnung und Verwandlung.

In einem gesunden Körper zeigen sich nach dem Zeckenstich oft typische Zeichen – die wandernde Rötung (Erythema migrans) und grippeartige Symptome. Mit einer früh begonnenen Antibiotikatherapie ist die Erkrankung in den meisten Fällen gut heilbar.

Das Problem: Manche Borrelien „verstecken“ sich. Sie verwandeln sich in Sonderformen, bilden schützende Schleimhüllen (Biofilme) oder wechseln in einen Ruhezustand. Diese Formen sind für klassische Antibiotika schwer erreichbar – und können der Grund sein, warum Symptome nach der Behandlung fortbestehen.

Die drei Gesichter von Borrelia – und warum Artemisinin alle drei trifft

Borrelia existiert in drei grundlegend verschiedenen Erscheinungsformen, und genau das macht die Behandlung so komplex:

  • Spirochäten: Die gewöhnliche Spirochäte, die sich aktiv im Körper fortbewegt und vermehrt. Diese Form reagiert gut auf Antibiotika – und auf Artemisinin.
  • Sphäroplasten / Rundkörper: Rundkörper entstehen, wenn Borrelia unter Antibiotika-Druck in eine Art Überlebensmodus schaltet. Sie sind rund, stoffwechselarm und für viele Antibiotika unsichtbar. Artemisinin erreicht auch diese Formen.
  • Biofilme: Biofilme sind schützende Schleimschichten, in denen sich Borrelien vor dem Immunsystem und Medikamenten verstecken. Hier ist die Datenlage noch dünn, aber erste Hinweise sprechen für eine Wirkung von Artemisinin.

Forscher der Johns Hopkins University haben Artemisinin aus einer Bibliothek von FDA-zugelassenen Substanzen als wirksam gegen persistierende Borrelien identifiziert – und zwar gegen alle drei Formen.

Wie wirkt Artemisinin gegen Borrelia?

Der Wirkmechanismus ist faszinierend: Artemisinin aktiviert sich durch Eisen. Borrelia-Bakterien enthalten Eisen in ihren Membranen. Wenn Artemisinin mit diesem Eisen in Kontakt kommt, entstehen reaktive Sauerstoffverbindungen – ähnlich einem chemischen Funken, der gezielt die Außenhaut der Bakterien trifft.

Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Außenmembran von Borrelia das primäre Angriffsziel dieser Reaktion ist. Die Membran wird durchlässig, das Bakterium verliert seinen Schutz und stirbt ab. Wichtig: Diesen Mechanismus hat Artemisinin mit seiner bekannten Wirkung gegen Malaria gemeinsam – die Selektivität für eisenhaltige Zellen und Erreger.

Chronische Borreliose und PTLDS – wenn Symptome bleiben

Bis zu 20 Prozent der Borreliose-Patienten leiden nach abgeschlossener Antibiotikatherapie weiterhin unter Beschwerden: anhaltende Müdigkeit, Gelenkschmerzen, kognitive Probleme, Schlafstörungen. Dieses Phänomen wird als Post-Treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS) bezeichnet.

Die Ursachen sind noch nicht vollständig verstanden. Eine mögliche Erklärung: persistierende Borrelien-Formen, die die Antibiotikabehandlung überlebt haben. Genau hier kommt Artemisinin ins Spiel – als ergänzender Ansatz, diese Restpopulationen zu erreichen.

In der Praxis wird oft eine „gepulste“ Einnahme verwendet: mehrere Tage nehmen, dann Pause, dann wieder. Der Hintergedanke: Borrelien in Ruhephasen werden dabei erwischt, wenn sie wieder aktiver werden.

Horowitz-Protokoll

Dr. Richard Horowitz (USA) behandelt seit Jahrzehnten chronische Borreliose-Patienten. In seinen Protokollen kombiniert er verschiedene Substanzen – darunter regelmäßig Artemisinin und Cryptolepis sanguinolenta als botanische Ergänzung zu Antibiotika. In einer Studie (2024) zeigten Patienten bereits 3 Tage nach Beginn dieser Kombination klinische Besserung.

Babesiose – die unterschätzte Co-Infektion

Viele Borreliose-Patienten wissen nicht, dass dieselbe Zecke oft mehrere Krankheitserreger gleichzeitig überträgt. Babesiose – verursacht durch den Einzeller Babesia – ist die häufigste Co-Infektion.

Warum ist das für Artemisinin besonders wichtig? Babesia ist strukturell mit dem Malaria-Erreger verwandt – beide sind Protozoen, die rote Blutkörperchen befallen. Der Mechanismus, mit dem Artemisinin gegen Malaria wirkt, wirkt deshalb auch gegen Babesia. Forscher der Johns Hopkins University haben 2021 bestätigt, dass Artemisia annua signifikante Wirksamkeit gegen Babesia duncani zeigt.

Das bedeutet: Bei einer Koinfektion Borreliose + Babesiose kann Artemisinin gegen beide Erreger gleichzeitig wirken. Das macht es zu einem besonders interessanten ergänzenden Mittel in diesem Kontext.

Traditionelles Wissen: Artemisia bei Infektionen

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM wird Qinghao (青蒿), die chinesische Bezeichnung für Artemisia annua, klassisch gegen Fieber und Hitze-Toxine eingesetzt. TCM-Therapeuten ordnen Borreliose-Symptome verschiedenen Mustern zu – Feucht-Hitze-Toxin in der Frühphase, Wind-Bi (wandernde Schmerzen) bei Gelenkbeteiligung. Artemisia findet in allen Phasen Anwendung, oft kombiniert mit anderen Kräutern wie Huangqi (Astragalus) oder Guduchi.

Ayurveda (Indien)

Im Ayurveda werden Artemisia-Arten traditionell bei Fieber und Infektionen eingesetzt. Bei chronischen Verläufen wie PTLDS spielen adaptogene Kräuter eine zentrale Rolle: Ashwagandha gegen Erschöpfung, Guduchi (Tinospora cordifolia) zur Immunmodulation, Andrographis paniculata als antimikrobielles Kraut. Andrographis wurde traditionell bei Leptospirose verwendet – ebenfalls eine Spirochäten-Erkrankung.

Europa & das Buhner-Protokoll

Der amerikanische Kräuterexperte Stephen Harrod Buhner hat ein umfassendes Protokoll für Borreliose entwickelt, das weltweit – auch in Europa – von integrativen Therapeuten eingesetzt wird. Kern des Protokolls: Japanischer Knöterich (Resveratrol), Andrographis, Katzenklau und Artemisia annua. Diese Kombination zielt auf verschiedene Aspekte der Infektion gleichzeitig ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wirksamkeit: Artemisinin zeigt in Laborstudien (Johns Hopkins) Wirksamkeit gegen alle drei Formen von Borrelia burgdorferi: Spirochäten, Rundkörper und Biofilm-Formen.
  • Anti-Persister: Artemisia annua ist eine der wenigen Substanzen, die gegen persistierende Borrelien-Formen wirksam ist.
  • Babesiose: Bei Babesiose (häufige Co-Infektion) wirkt Artemisinin über denselben Mechanismus wie gegen Malaria – besonders stark.
  • Tradition: Traditionelle Medizinsysteme (TCM, Ayurveda, Europa) nutzen Artemisia-Arten bei Infektionen und Fieber seit Jahrhunderten.
  • Hinweis: Artemisinin ist kein Medikament gegen Borreliose, wird aber international in vielen Therapieplänen angewendet. Klinische Studien am Menschen stehen noch weitgehend aus.
  • Wichtig: In der Frühphase der Borreliose führt kein Weg an Antibiotika vorbei. Artemisinin ist eine Ergänzung, kein Ersatz.

Ausgewählte Quellen

Feng J et al. (2020): Evaluation of Natural and Botanical Medicines for Activity Against B. burgdorferi. Frontiers in Medicine. DOI: 10.3389/fmed.2020.00006

Zhang Y et al. (2015, 2016): Anti-persister activity against Borrelia burgdorferi. Johns Hopkins. Antibiotics / Frontiers in Microbiology.

Horowitz RI et al. (2020, 2024): Dapsone combination therapy for chronic Lyme disease / PTLDS. Antibiotics / Microorganisms.

Shor S, Schweig SK (2023): Natural bioactive nutraceuticals in tick-borne illnesses. Microorganisms. DOI: 10.3390/microorganisms11071759

Alvarez-Manzo HS et al. (2021): Artemisia annua inhibitory activity against Babesia duncani. Frontiers in Cellular and Infection Microbiology.

Boylan JA et al. (2008): Borrelia burgdorferi membranes as primary targets of ROS. Molecular Microbiology.

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