Malaria & Artemisia annua

ArtemiCure® – Offene Evidenzlage | Malaria, Artemisia annua & Artemisinin

Malaria, Artemisia annua & Artemisinin

Eine offene Betrachtung von traditioneller Anwendung, Humanstudien, Pflanzenforschung, Pharmakologie und moderner Artemisinin-Forschung

ArtemiCure® – Offene Evidenzlage | Stand: August 2026

Artemisia annua – der Einjährige Beifuß – wird in der chinesischen Medizin seit vielen Jahrhunderten bei Fiebererkrankungen verwendet.

Aus dieser Pflanze wurde im 20. Jahrhundert Artemisinin isoliert – ein Naturstoff, der die Behandlung der Malaria weltweit grundlegend verändert hat.

Zu Artemisia annua liegen Untersuchungen mit sehr unterschiedlichen Gegenständen vor: mit isoliertem Artemisinin, mit Tee-Zubereitungen, mit getrocknetem Blattmaterial und mit Extrakten. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Zubereitungsform, Modell und Fragestellung.

Diese Seite stellt die vorhandenen Daten danach dar, was tatsächlich untersucht wurde und was daraus tatsächlich geschlossen werden kann.

Unser Grundsatz zur Evidenz

Maßgeblich ist die zugrunde liegende Beobachtung: Wie wurde untersucht? Was wurde gemessen? Wie groß war der Effekt? Welche Vergleichsgruppe gab es? Wurde das Ergebnis unabhängig wiederholt? Und welche Grenzen besitzt die jeweilige Untersuchung?

Deshalb berücksichtigen wir Humanstudien, klinische Beobachtungen, Tiermodelle, Zellversuche, pharmakokinetische Untersuchungen, traditionelle Anwendung und moderne Pflanzenchemie.

Diese unterschiedlichen Formen von Evidenz beantworten unterschiedliche Fragen. Sie werden deshalb weder gleichgesetzt noch gegeneinander ausgespielt. Für jede Untersuchung wird angegeben, an welchem Modell sie durchgeführt wurde und welche Aussage sie tragen kann.

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Was ist Malaria?

Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch weibliche Anopheles-Mücken.

Nach der Übertragung gelangen die Parasiten zunächst in die Leber. Später erreichen sie den Blutkreislauf und befallen rote Blutkörperchen. Dort vermehren sie sich weiter.

Typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, starke Erschöpfung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeines Krankheitsgefühl.

Insbesondere eine Infektion mit Plasmodium falciparum kann schwer und lebensbedrohlich verlaufen.

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Artemisia annua und Malaria – die Entdeckungsgeschichte

In China ist Artemisia annua als Qinghao bekannt. Historische medizinische Texte erwähnen Qinghao seit Jahrhunderten im Zusammenhang mit fieberhaften Erkrankungen.

Eine Beschreibung des chinesischen Arztes Ge Hong aus dem 4. Jahrhundert wurde für die moderne Forschung wichtig.

Anders als bei einer klassischen Abkochung wurde die Pflanze dort in Wasser eingeweicht und anschließend ausgepresst.

Diese historische Beschreibung spielte bei der Forschung von Tu Youyou im chinesischen Projekt 523 eine entscheidende Rolle.

Nachdem zahlreiche zunächst verwendete Extraktionsmethoden keine ausreichend reproduzierbare Wirkung ergeben hatten, wertete Tu Youyou die historischen Quellen erneut aus.

Die Beobachtung, dass die historische Zubereitung keine starke Erhitzung beschrieb, führte zu schonenderen Extraktionsverfahren. Daraus entwickelte sich die Isolierung des Wirkstoffs, der später Artemisinin genannt wurde.

Die Isolierung von Artemisinin ging damit unmittelbar aus der Auswertung historischer Rezepturen und ihrer experimentellen Überprüfung hervor.

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Artemisia annua ist nicht dasselbe wie Artemisinin

Begriff Bedeutung
Artemisia annua Die gesamte Pflanze. Sie enthält Artemisinin, aber zusätzlich zahlreiche weitere sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Terpene, Phenolsäuren und weitere Sesquiterpene.
Artemisinin Ein einzelner chemisch definierter Naturstoff, der aus Artemisia annua isoliert werden kann.
Artemisia-Tee / Infusion Eine wässrige Zubereitung der Pflanze. Ihre chemische Zusammensetzung unterscheidet sich deutlich von getrocknetem Blattpulver oder konzentrierten Extrakten.
Getrocknetes Ganzblatt Getrocknete und häufig pulverisierte Blätter, bei denen die natürliche Pflanzenmatrix weitgehend erhalten bleibt.
Pflanzenextrakt Eine durch ein bestimmtes Extraktionsverfahren gewonnene Fraktion. Je nach Lösungsmittel und Verfahren kann sie chemisch völlig anders zusammengesetzt sein als Tee oder Blattpulver.

Diese Unterscheidung ist entscheidend.

Eine Studie mit isoliertem Artemisinin ist keine Studie mit Artemisia annua. Eine Studie mit Artemisia-Tee ist keine Studie mit getrocknetem Blattmaterial. Und eine Studie mit einem bestimmten Extrakt lässt sich nicht automatisch auf jede andere Zubereitungsform übertragen.

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Was bedeutet „Malariaprophylaxe“?

Das Wort „Prophylaxe“ wird von vielen Menschen als sicherer vorbeugender Schutz verstanden:

„Ich nehme etwas vorsorglich ein und bekomme dadurch keine Malaria.“

Für Artemisia annua oder Artemisinin ist kein sicherer Schutz vor einer Malariainfektion nachgewiesen.

Eine randomisierte Humanstudie aus Uganda beschreibt eine Risikoreduktion für wiederholte Malariaepisoden (siehe unten).

Der entscheidende Unterschied lautet:

Risikoreduktion in einer Studie ist nicht dasselbe wie nachgewiesener Schutz.

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Humanstudie aus Uganda: Artemisia annua zur Malariaprävention

Die einzige bislang publizierte randomisierte Untersuchung zur vorbeugenden Anwendung von Artemisia annua stammt aus Uganda.

Forscher des Natural Chemotherapeutics Research Institute des ugandischen Gesundheitsministeriums und der Makerere University untersuchten Arbeiter einer Blumenfarm am Victoriasee.

In dieser Gemeinschaft wurde Artemisia annua bereits seit mehreren Jahren einmal wöchentlich als Kräuterinfusion zur Malariavorbeugung verwendet.

Randomisierte Studie – 132 Teilnehmer, 9 Monate

132 Personen, die zuvor noch keine Artemisia-annua-Infusion verwendeten, wurden im Verhältnis 1:1 zufällig einer Artemisia-Gruppe oder einer Placebogruppe zugeteilt.

Die jeweilige Zubereitung wurde einmal pro Woche unter direkter Beobachtung verabreicht.

Malariaepisoden wurden über neun Monate dokumentiert, unerwünschte Wirkungen über zwölf Monate.

Ergebnis:

  • 12 von 67 Personen der Artemisia-Gruppe erlitten mehr als eine Malariaepisode.
  • In der Placebogruppe waren es 26 von 65 Personen.
  • Das Risiko mehrerer Malariaepisoden war damit um rund 55 Prozent reduziert.
  • Der statistische Unterschied war signifikant mit p = 0,005.
  • Die berechnete Schutzwirkung bezogen auf die Malaria-Inzidenz betrug rund 37,5 Prozent.
  • Schwere unerwünschte Wirkungen wurden nicht beobachtet. Der häufigste Kritikpunkt der Teilnehmer war der bittere Geschmack.
  • Die Autoren nennen in ihrer eigenen Schlussfolgerung zwei wesentliche Einschränkungen für eine breite Anwendung: den bitteren Geschmack und das Risiko einer Resistenzentwicklung der Malariaparasiten gegen das enthaltene Artemisinin.

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Die Studie belegt nicht, dass Artemisia annua sicher vor Malaria schützt.

Sie dokumentiert eine statistisch signifikante Risikoreduktion in einer Studie mit 132 Teilnehmern über neun Monate.

Eine unabhängige randomisierte Wiederholung dieses Ergebnisses mit größerer Teilnehmerzahl ist in der wissenschaftlichen Literatur bislang nicht dokumentiert.

Die korrekte Aussage lautet:

In einer randomisierten Humanstudie reduzierte eine wöchentlich eingenommene Artemisia-annua-Infusion das Risiko wiederholter klinischer Malariaepisoden signifikant. Daraus lässt sich eine risikoreduzierende Wirkung in dieser Studie ableiten – jedoch kein Nachweis, eine Infektion oder Erkrankung sicher zu verhindern.

Ein weiterer ugandischer Befund

Eine frühere Untersuchung derselben Forschungsgruppe hatte die Verwendung von Artemisia annua in dieser Gemeinschaft beobachtend, also ohne Randomisierung, untersucht.

Dabei berichteten die Forscher eine starke Abnahme von Arztbesuchen wegen Fieber und malariaähnlicher Beschwerden. Laborbestätigte Malariafälle waren ebenfalls reduziert, allerdings wesentlich weniger stark.

Die verwendeten Artemisia-Blätter enthielten ungefähr 0,4 bis 0,5 Prozent Artemisinin, gleichzeitig etwa 9 bis 11 Prozent Flavonoide.

Zusätzlich untersuchten die Forscher einen Artemisia-Extrakt, aus dem Artemisinin entfernt worden war.

Dieser beeinflusste im Tiermodell bestimmte Immunzellen, insbesondere Monozyten.

Daraus formulierten die Autoren die Hypothese, dass eine mögliche vorbeugende Wirkung der gesamten Pflanze nicht ausschließlich durch Artemisinin erklärt werden muss.

Diese Erklärung ist bislang eine Hypothese. Der zugrunde liegende Befund ist ein Tiermodell-Ergebnis und bezieht sich auf die gesamte Pflanzenmatrix.

Behördliche Einordnung der vorbeugenden Anwendung (Stand 2026):

Die Weltgesundheitsorganisation unterstützt seit Oktober 2019 weder die Bewerbung noch die Verwendung von Artemisia-Pflanzenmaterial in irgendeiner Form – Tee, Pulver, Tabletten oder Kapseln – zur Vorbeugung oder Behandlung von Malaria. Als Gründe nennt sie unter anderem schwankende Wirkstoffgehalte, fehlende Dosierbarkeit, das Risiko unvollständiger Behandlung und die mögliche Förderung von Resistenzen. Zur Prophylaxe führt die WHO zusätzlich an, dass Artemisinin im Körper schnell abgebaut wird und sich deshalb nicht als alleiniges vorbeugendes Mittel eignet.

Die amtlichen französischen Reisegesundheitsempfehlungen 2025 berichten über schwere Malariafälle bei Reisenden, die Artemisia-annua-Produkte zur Prophylaxe verwendet hatten, und halten fest, dass Pflanzenpräparate als Tee oder Kapseln hierfür nicht zugelassen sind.

Beide Feststellungen stehen neben den oben beschriebenen Studienergebnissen. Sie beziehen sich auf den Nachweisstand für eine Anwendung außerhalb kontrollierter Studien und auf dokumentierte Krankheitsverläufe.

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Wie kann eine Pflanze länger wirken als isoliertes Artemisinin?

Isoliertes Artemisinin wird im menschlichen Körper relativ schnell verstoffwechselt und ausgeschieden.

Eine sehr kurze Halbwertszeit erklärt eine Wirkung, die noch Tage später sichtbar sein könnte, nicht.

Ob und welche weiteren Bestandteile der Pflanze an einer längeren Wirkung beteiligt sind, ist Gegenstand der Forschung.

Die Pflanze enthält Hunderte weitere chemische Bestandteile. Einige davon besitzen eigene biologische Aktivität, andere können Aufnahme, Transport oder Abbau von Artemisinin beeinflussen.

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Ganzpflanze gegen isoliertes Artemisinin

Ältere experimentelle Arbeiten zeigten, dass dieselbe nominelle Artemisinin-Menge pharmakologisch unterschiedlich wirken kann – abhängig davon, ob sie isoliert oder innerhalb der Pflanzenmatrix aufgenommen wird.

2012: Getrocknete Artemisia-Blätter im Malaria-Tiermodell

In einer Studie mit einem Malaria-Mausmodell wurden getrocknete Artemisia-annua-Blätter mit isoliertem Artemisinin verglichen.

Die enthaltene Artemisinin-Dosis wurde dabei angeglichen.

Das Ganzpflanzenmaterial reduzierte die Parasitenlast stärker als dieselbe Menge isolierten Artemisinins.

Vorausgegangene pharmakokinetische Untersuchungen hatten bei Mäusen außerdem ungefähr 40-fach höhere Artemisinin-Blutspiegel nach Aufnahme des getrockneten Pflanzenmaterials beschrieben.

Diese Größenordnung stammt aus einem Tiermodell. Sie darf deshalb nicht als „40-fach höhere Bioverfügbarkeit beim Menschen“ dargestellt werden.

Der experimentelle Befund lautet: Im Mausmodell veränderte die Pflanzenmatrix die Aufnahme und Wirkung des enthaltenen Artemisinins erheblich.

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Chinesische Forschung 2025: ungefähr zehnfach stärkere Wirkung im Tiermodell

2025 veröffentlichte eine chinesische Arbeitsgruppe eine Untersuchung zur Pflanzenmatrix von Artemisia annua.

Beteiligt waren unter anderem das Beijing Key Laboratory of TCM Collateral Disease Theory Research der Capital Medical University sowie das Xiyuan Hospital der China Academy of Chinese Medical Sciences.

Untersucht wurde, ob Artemisia-annua-Extrakte aufgrund ihrer natürlichen Begleitstoffe eine andere Wirkung und Bioverfügbarkeit besitzen als isoliertes Artemisinin.

Das Ergebnis

Die antimalarische Wirkung wurde in zwei verschiedenen Malaria-Mausmodellen untersucht:

  • Plasmodium yoelii
  • Plasmodium berghei

Bei vergleichbarer Artemisinin-Dosis zeigte der Artemisia-annua-Extrakt eine ungefähr zehnfach stärkere antimalarische Wirkung als isoliertes Artemisinin.

Anschließend untersuchten die Forscher die Pharmakokinetik bei Ratten.

Innerhalb der Pflanzenmatrix zeigte Artemisinin:

  • eine höhere orale Bioverfügbarkeit,
  • eine längere Halbwertszeit,
  • eine längere mittlere Verweildauer im Körper,
  • höhere maximale Konzentrationen.

Alle genannten Ergebnisse stammen aus Maus- und Rattenmodellen sowie aus Zellversuchen. Daten am Menschen enthält die Arbeit nicht.

Ein möglicher Mechanismus: Transportproteine

Zusätzlich untersuchten die Forscher den Transport durch sogenannte P-Glykoproteine.

P-Glykoprotein wirkt in Darmzellen vereinfacht gesagt wie eine molekulare Pumpe und kann bestimmte Stoffe wieder aus der Zelle heraustransportieren.

Mehrere Begleitstoffe von Artemisia annua – darunter Deoxyartemisinin, Artemisininsäure und Dihydroartemisininsäure – beeinflussten diesen Transport im Zellmodell.

Dadurch wurde der Efflux von Artemisinin reduziert.

Das liefert einen konkreten biochemischen Mechanismus dafür, warum Artemisinin innerhalb einer Pflanzenmatrix pharmakokinetisch anders wirken kann als isoliertes Artemisinin.

Neben der Frage „Wie viel Artemisinin enthält die Pflanze?“ stellt sich damit die Frage: „Wie beeinflussen die übrigen Pflanzenstoffe, was mit diesem Artemisinin im Organismus geschieht?“

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Begleitstoffe – mehr als ein einzelner Wirkstoff?

Artemisia annua enthält neben Artemisinin ein komplexes Gemisch sekundärer Pflanzenstoffe.

Dazu gehören unter anderem:

  • Artemisinin,
  • Artemisininsäure,
  • Dihydroartemisininsäure,
  • Deoxyartemisinin,
  • Arteannuin-Verbindungen,
  • zahlreiche Flavonoide,
  • Terpene,
  • Phenolsäuren und weitere sekundäre Pflanzenstoffe.

Verschiedene experimentelle Arbeiten zeigen, dass einzelne Begleitstoffe selbst antiplasmodiale Eigenschaften besitzen oder die Wirkung beziehungsweise Pharmakokinetik von Artemisinin verändern können.

Das bedeutet nicht, dass jede Ganzpflanzenzubereitung wirksamer ist als isoliertes Artemisinin.

Es bedeutet, dass sich die Wirkung einer Zubereitung aus ihrem Artemisinin-Gehalt allein nicht vollständig vorhersagen lässt.

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Resistenzen: Ganzpflanze gegen isolierten Wirkstoff

Ein weiterer Forschungsbereich betrifft die Entwicklung von Resistenzen.

2015 verglichen Elfawal und Mitarbeiter isoliertes Artemisinin mit getrocknetem Artemisia-annua-Ganzpflanzenmaterial.

Was wurde beobachtet?

In einem Artemisinin-resistenten Plasmodium-yoelii-Modell wirkte getrocknetes Artemisia-annua-Material weiterhin gegen die Parasiten.

Eine niedrige Ganzpflanzendosis mit einer bestimmten Artemisinin-Menge erreichte teilweise eine ähnliche Wirkung wie eine fünfmal höhere Dosis isolierten Artemisinins.

In einem zweiten Langzeitexperiment wurde Resistenzentwicklung experimentell provoziert.

Eine stabile Resistenz gegen das Ganzpflanzenmaterial entwickelte sich ungefähr dreimal langsamer als gegen isoliertes Artemisinin.

Was daraus folgt – und was nicht

Daraus kann nicht abgeleitet werden, dass Resistenzen gegen Artemisia annua beim Menschen unmöglich seien.

Das Experiment zeigt, dass die Resistenzdynamik im untersuchten Mausmodell deutlich anders verlief als bei isoliertem Artemisinin.

Eine plausible Erklärung ist die Vielzahl gleichzeitig vorhandener Pflanzenstoffe.

Ein Parasit muss sich bei einem einzelnen Wirkstoff möglicherweise nur an einen dominierenden Selektionsdruck anpassen.

Bei einem komplexen Stoffgemisch können mehrere biologische Angriffspunkte gleichzeitig beteiligt sein.

Auf demselben Prinzip beruhen die Artemisinin-basierten Kombinationstherapien (ACTs), bei denen ein Artemisinin-Derivat mit einem zweiten, länger wirksamen Wirkstoff kombiniert wird.

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Wie wirkt Artemisinin?

Artemisinin besitzt eine ungewöhnliche chemische Struktur mit einer sogenannten Endoperoxid-Brücke.

Diese Struktur ist für die antimalarische Wirkung entscheidend.

Im Parasiten wird Artemisinin unter Beteiligung von Häm beziehungsweise Eisen aktiviert.

Dabei entstehen hochreaktive Zwischenprodukte, die verschiedene Proteine und Zellstrukturen des Parasiten schädigen können.

Die ältere vereinfachte Erklärung, Artemisinin reagiere lediglich mit überschüssigem Eisen und bilde dann freie Radikale, beschreibt nur einen Teil des heutigen Wissens.

Aktuelle Forschung spricht dafür, dass zahlreiche Proteine und Stoffwechselwege gleichzeitig betroffen sein können.

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Was zeigen Humanstudien bei bereits bestehender Malaria?

Die klinischen Daten zu Artemisia-Zubereitungen sind uneinheitlich.

Frühere Studien mit Artemisia-annua-Infusionen zeigten häufig eine schnelle anfängliche Abnahme der Parasitenzahl und der Symptome.

Gleichzeitig traten bei mehreren Untersuchungen später erneut Parasiten auf.

Demokratische Republik Kongo – randomisierte Pilotstudie 2004

In einer offenen randomisierten kontrollierten Studie wurden Patienten mit unkomplizierter Plasmodium-falciparum-Malaria untersucht.

Artemisia-annua-Infusionen führten zu einer schnellen Verbesserung der Parasitenwerte und klinischen Symptome.

Nach sieben Tagen lag die durchschnittliche Heilungsrate der Artemisia-Gruppen bei ungefähr 74 Prozent.

In der Vergleichsgruppe mit Chinin lag sie bei ungefähr 91 Prozent.

In den Artemisia-Gruppen kam es anschließend relativ häufig zu erneuter Parasitämie.

Was dieser Befund zeigt

Die Studie zeigt zwei Dinge gleichzeitig.

Erstens: Eine traditionelle Artemisia-annua-Zubereitung kann beim Menschen eine messbare antimalarische Wirkung entfalten.

Zweitens: Eine schnelle anfängliche Parasitenreduktion bedeutet nicht, dass sämtliche Parasiten dauerhaft eliminiert wurden.

Deshalb ist zwischen Parasitenreduktion, klinischer Verbesserung und dauerhafter parasitologischer Heilung zu unterscheiden.

Tansania 2008

Eine kleine randomisierte, doppelblinde Untersuchung bei Erwachsenen verglich eine Artemisia-Tee-Zubereitung mit Sulfadoxin-Pyrimethamin.

Nach sieben Tagen waren zunächst deutliche Effekte sichtbar. Bei längerer Nachbeobachtung sank der Anteil dauerhaft parasitenfreier Teilnehmer erheblich.

Diese Ergebnisse betreffen eine bestimmte Tee-Zubereitung.

Sie können nicht auf getrocknete Ganzpflanze oder konzentrierte Extrakte übertragen werden.

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Schwere Malaria: Fallserie aus der Demokratischen Republik Kongo

2017 wurde eine klinische Fallserie veröffentlicht.

Beschrieben wurden 18 Patienten mit schwerer Malaria, die zuvor auf eine Artemisinin-Kombinationsbehandlung und anschließend auf intravenöses Artesunat nicht ausreichend angesprochen hatten.

Diese Patienten erhielten anschließend Tabletten aus getrockneten Artemisia-annua-Blättern.

Nach Angaben der Autoren erholten sich alle 18 Patienten, und in den Blutabstrichen waren anschließend keine Parasiten mehr nachweisbar.

Wissenschaftliche Einordnung:

Eine Fallserie ist keine randomisierte klinische Studie. Es fehlte eine gleichzeitig behandelte Kontrollgruppe, und nur ein Teil der Fälle wurde ausführlich dokumentiert.

Deshalb kann aus diesen 18 Fällen keine allgemeine Heilungsrate für Artemisia-annua-Blattpräparate berechnet werden.

Die Beobachtung ist als publizierte Fallserie dokumentiert. Sie ist ein klinisches Signal, das weitere kontrollierte Forschung rechtfertigt.

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Eine zurückgezogene Studie

Zu Artemisia annua und Artemisia afra existierte außerdem eine große randomisierte Studie aus der Demokratischen Republik Kongo, die außergewöhnlich gute Ergebnisse berichtete.

Diese Arbeit wird bis heute teilweise zitiert.

Sie wurde im November 2020 vom Journal zurückgezogen.

Als Gründe wurden Fragen zum Zeitpunkt der Ethikgenehmigung, zur Einwilligung der Teilnehmer und zur Zuverlässigkeit der veröffentlichten Daten genannt.

Deshalb verwenden wir diese Studie nicht als Wirksamkeitsnachweis.

Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Beobachtung der Studie zwangsläufig falsch war.

Es bedeutet, dass die Publikation in ihrer vorliegenden Form nicht mehr als verlässlicher Beleg verwendet werden kann.

Zurückgezogene Publikationen werden auf dieser Seite als solche kenntlich gemacht.

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Warum Tee, Blattpulver und Extrakt getrennt betrachtet werden müssen

Einer der häufigsten Fehler in Diskussionen über Artemisia annua ist die Vermischung verschiedener Zubereitungsformen.

Zubereitung Besonderheiten
Wässrige Infusion / Tee Extrahiert überwiegend wasserlösliche beziehungsweise teilweise wasserlösliche Bestandteile. Nicht alle Pflanzenstoffe gehen gleichermaßen in die Flüssigkeit über.
Getrocknetes Blattpulver Enthält nahezu die komplette ursprüngliche Pflanzenmatrix des verwendeten Blattmaterials.
Lösungsmittel-Extrakt Zusammensetzung abhängig von Lösungsmittel, Temperatur, Extraktionszeit und anschließender Aufbereitung.
Isoliertes Artemisinin Chemisch definierter Einzelstoff ohne die natürliche Pflanzenmatrix.

Wenn ein Artemisia-Tee in einer klinischen Studie später hohe Rückfallraten zeigt, belegt dies nicht, dass ein standardisierter Ganzpflanzenextrakt dasselbe Verhalten zeigen muss.

Umgekehrt belegt ein positives Ergebnis mit Blattpulver nicht die gleiche Wirkung eines Tees.

Wissenschaftlich ist jede Zubereitungsform als eigenes Produkt zu betrachten.

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Welche Evidenz beantwortet welche Frage?

Unterschiedliche Forschungsmodelle beantworten unterschiedliche Fragen.

Art der Evidenz Was sie zeigen kann
Traditionelle Anwendung Langjährige Beobachtung, historische Indikationen, Zubereitungsformen und Hinweise darauf, welche Pflanzen wissenschaftlich untersucht werden sollten.
In-vitro-Forschung Direkte Wirkung auf Parasiten, Zellen, Enzyme, Rezeptoren und Transportmechanismen.
Tiermodelle Pharmakokinetik, Bioverfügbarkeit, Organverteilung, Synergien, Resistenzentwicklung und biologische Mechanismen.
Klinische Beobachtungen / Fallserien Hinweise darauf, ob ein Effekt auch beim Menschen auftreten kann, insbesondere bei ungewöhnlichen oder schwer untersuchbaren Situationen.
Randomisierte Humanstudien Vergleich definierter Interventionen, Reduktion von Verzerrungen und bessere Abschätzung kausaler Effekte.
Reproduzierte Ergebnisse Zeigen, ob ein Effekt unabhängig von einem einzelnen Labor, einer einzelnen Population oder einem einzelnen Studiendesign wiederholt auftritt.

Ein Tiermodell beantwortet eine andere Frage als eine Studie mit Menschen.

Wenn die Bioverfügbarkeit einer Substanz im Tiermodell gemessen wird, ist das ein pharmakokinetischer Befund dieses Modells.

Der Zahlenwert darf ohne weitere Untersuchung nicht als identischer Effekt beim Menschen ausgegeben werden.

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Was wissen wir zur vorbeugenden Wirkung?

  • Für Artemisia annua ist kein sicherer Schutz vor einer Malariainfektion belegt.
  • Eine randomisierte ugandische Humanstudie mit 132 Teilnehmern zeigte eine Reduktion wiederholter klinischer Malariaepisoden um rund 55 Prozent über neun Monate.
  • Die Malaria-Inzidenz war in dieser Studie ebenfalls signifikant reduziert.
  • Eine unabhängige randomisierte Bestätigung dieses Ergebnisses ist bislang nicht dokumentiert.
  • Die WHO unterstützt die Verwendung von Artemisia-Pflanzenmaterial zur Malariavorbeugung nicht und verweist unter anderem auf den schnellen Abbau von Artemisinin im Körper.
  • Die französischen Reisegesundheitsempfehlungen 2025 dokumentieren schwere Malariafälle bei Reisenden, die Artemisia-annua-Produkte zur Prophylaxe verwendet hatten.
  • Der Mechanismus der in Uganda beobachteten Wirkung ist nicht geklärt.
  • Ugandische Forschung stellt die Hypothese auf, dass neben Artemisinin auch Flavonoide beziehungsweise immunologische Effekte eine Rolle spielen könnten.

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Was wissen wir zur gesamten Pflanze?

  • Artemisia annua enthält zahlreiche biologisch aktive Stoffe neben Artemisinin.
  • Tierexperimente zeigen, dass Artemisinin innerhalb der Pflanzenmatrix eine wesentlich höhere Bioverfügbarkeit erreichen kann als isoliertes Artemisinin.
  • Eine chinesische Untersuchung von 2025 fand in zwei Malaria-Tiermodellen ungefähr zehnfach stärkere antimalarische Wirkung eines Artemisia-annua-Extrakts bei vergleichbarer Artemisinin-Dosis.
  • Pharmakokinetische Experimente an Ratten zeigten höhere Bioverfügbarkeit und längere Verweildauer.
  • Pflanzenbestandteile beeinflussten im Zellmodell Transportmechanismen von Artemisinin.
  • Ein Mausmodell zur Resistenzentwicklung zeigte eine ungefähr dreimal langsamere Ausbildung stabiler Resistenz gegenüber Ganzpflanzenmaterial als gegenüber isoliertem Artemisinin.
  • Für keinen dieser Befunde liegt bislang eine Bestätigung in kontrollierten Studien am Menschen vor.

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Was wissen wir noch nicht?

Zahlreiche Fragen sind offen.

  • Welche Artemisia-Zubereitung ist für welche Fragestellung geeignet?
  • Welche Pflanzenbestandteile tragen neben Artemisinin zur Wirkung bei?
  • Welche Flavonoide oder Terpene wirken synergistisch?
  • Wie stark verändert die Pflanzenmatrix die Bioverfügbarkeit beim Menschen?
  • Welche Artemisinin-Konzentration ist erforderlich, wenn gleichzeitig synergistische Pflanzenstoffe vorhanden sind?
  • Welche Bedeutung besitzen immunologische Effekte bei der langfristigen Malariaprävention?
  • Lassen sich die Resistenzbefunde aus Tiermodellen beim Menschen reproduzieren?
  • Welche Rolle spielen Sorte, Standort, Erntezeitpunkt und Extraktionsverfahren?

Diese Fragen beschreiben den derzeitigen Forschungsbedarf.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Artemisia annua und Artemisinin sind nicht dasselbe. Die Pflanze enthält ein komplexes Gemisch biologisch aktiver Stoffe.
  • Artemisinin ist antimalarisch wirksam. Seine Entdeckung geht unmittelbar aus der Erforschung der traditionellen Verwendung von Artemisia annua hervor.
  • Ein sicherer Schutz durch Artemisia ist nicht belegt. Prophylaxe darf nicht mit einer Garantie verwechselt werden.
  • Eine randomisierte ugandische Humanstudie zeigte eine signifikante Risikoreduktion. Das Risiko mehrerer Malariaepisoden wurde um rund 55 Prozent reduziert. Eine unabhängige Bestätigung liegt bislang nicht vor.
  • Die WHO unterstützt Artemisia-Pflanzenmaterial zur Vorbeugung oder Behandlung von Malaria nicht. Französische Reisegesundheitsempfehlungen dokumentieren schwere Malariafälle bei Reisenden nach Artemisia-Prophylaxe.
  • Die gesamte Pflanzenmatrix beeinflusst Artemisinin. Tier- und Zellstudien zeigen Effekte auf Aufnahme, Bioverfügbarkeit und Transport.
  • Eine chinesische Studie von 2025 fand ungefähr zehnfach stärkere antimalarische Wirkung eines Artemisia-annua-Extrakts als von isoliertem Artemisinin bei vergleichbarer Artemisinin-Dosis im Tiermodell.
  • Die häufig zitierte rund 40-fach höhere Bioverfügbarkeit wurde in Mäusen beobachtet. Das ist ein präklinischer Befund, aber kein beim Menschen bestätigter Zahlenwert.
  • Ganzpflanzenmaterial zeigte im Mausmodell eine deutlich langsamere Resistenzentwicklung.
  • Humanstudien mit Artemisia-Tee zeigten schnelle Parasitenreduktionen, teilweise aber hohe spätere Rückfallraten.
  • Tee, Blattpulver und Extrakt dürfen wissenschaftlich nicht miteinander gleichgesetzt werden.
  • Eine Fallserie aus der Demokratischen Republik Kongo berichtete über 18 schwere Malariafälle, die nach vorherigem Therapieversagen unter getrocknetem Artemisia-annua-Blattmaterial ausheilten. Aufgrund des Studiendesigns ist dies ein klinisches Signal, kein Wirksamkeitsnachweis.
  • Eine große positive Artemisia-Studie aus dem Kongo wurde 2020 zurückgezogen. Sie wird hier nicht als Wirksamkeitsbeleg verwendet.
  • Die offene Forschungsfrage lautet nicht nur, wie viel Artemisinin eine Pflanze enthält, sondern wie sich die gesamte Pflanzenmatrix auf Wirkung und Pharmakokinetik beim Menschen auswirkt.

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Hinweis für Leser

Diese Seite dient der wissenschaftlichen und historischen Information.

Sie beschreibt Forschungsergebnisse und stellt unterschiedliche Evidenzformen gegenüber.

Sie ist keine Dosierungsanweisung und stellt keinen Nachweis dar, dass die Einnahme von Artemisia annua oder Artemisinin eine Malariainfektion verhindert.

Die von der WHO empfohlene Behandlung der unkomplizierten Plasmodium-falciparum-Malaria besteht aus zugelassenen Artemisinin-basierten Kombinationstherapien. Für Reisende besteht die anerkannte Malariaprophylaxe aus zugelassenen Arzneimitteln nach reisemedizinischer Beratung.

Bei Verdacht auf Malaria ist eine schnelle Diagnostik erforderlich, da insbesondere Plasmodium falciparum innerhalb kurzer Zeit zu einer schweren Erkrankung führen kann.

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Ausgewählte Quellen

  1. Ogwang PE, Ogwal JO, Kasasa S, Olila D, Ejobi F, Kabasa D, Obua C. (2012): Artemisia annua L. Infusion Consumed Once a Week Reduces Risk of Multiple Episodes of Malaria: A Randomised Trial in a Ugandan Community. Tropical Journal of Pharmaceutical Research 11(3):445–453. DOI: 10.4314/tjpr.v11i3.14. Natural Chemotherapeutics Research Institute, Ministry of Health, Uganda, und Makerere University.
  2. Ogwang PE, Ogwal JO, Kasasa S, Ejobi F, Kabasa D, Obua C. (2011): Use of Artemisia annua L. Infusion for Malaria Prevention: Mode of Action and Benefits in a Ugandan Community. British Journal of Pharmaceutical Research 1(4):124–132. Natural Chemotherapeutics Research Institute, Ministry of Health, Uganda, und Makerere University.
  3. Xu F, Shan X, Li J, Li J, Yuan J, Zou D, Wang M. (2025): The plant matrix of Artemisia annua L. for the treatment of malaria: Pharmacodynamic and pharmacokinetic studies. PLOS ONE 20(5):e0322835. DOI: 10.1371/journal.pone.0322835. Capital Medical University und China Academy of Chinese Medical Sciences, Beijing.
  4. Elfawal MA, Towler MJ, Reich NG, Weathers PJ, Rich SM. (2012): Dried Whole Plant Artemisia annua as an Antimalarial Therapy. PLOS ONE 7(12):e52746. DOI: 10.1371/journal.pone.0052746.
  5. Elfawal MA, Towler MJ, Reich NG, Weathers PJ, Rich SM. (2015): Dried whole-plant Artemisia annua slows evolution of malaria drug resistance and overcomes resistance to artemisinin. Proceedings of the National Academy of Sciences 112(3):821–826. DOI: 10.1073/pnas.1413127112.
  6. Mueller MS, Runyambo N, Wagner I, Borrmann S, Dietz K, Heide L. (2004): Randomized controlled trial of a traditional preparation of Artemisia annua L. in the treatment of malaria. Transactions of the Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene 98(5):318–321. DOI: 10.1016/j.trstmh.2003.09.001.
  7. Blanke CH et al. (2008): Herba Artemisiae annuae tea preparation compared to sulfadoxine-pyrimethamine in the treatment of uncomplicated falciparum malaria in adults: a randomized double-blind clinical trial. Tropical Doctor 38(2):113–116. DOI: 10.1258/td.2007.060184.
  8. Daddy NB et al. (2017): Artemisia annua dried leaf tablets treated malaria resistant to ACT and i.v. artesunate: case reports. Phytomedicine. Klinische Fallserie aus der Demokratischen Republik Kongo.
  9. Weathers PJ (2023): Artemisinin as a therapeutic vs. its more complex Artemisia source material. Natural Product Reports 40:1158–1169. DOI: 10.1039/D2NP00072E.
  10. Li R, Zhang D. (2020): The Search for Antimalarial Drugs and the Discovery of Artemisinin. Chinese Annals of History of Science and Technology, Institute for the History of Natural Sciences, Chinese Academy of Sciences.
  11. Chinese Academy of Sciences: historische Dokumentation des chinesischen Projekts 523, der Erforschung von Qinghao und der Entwicklung von Artemisinin.
  12. Munyangi J et al.: Artemisia annua and Artemisia afra tea infusions vs. artesunate-amodiaquine in treating Plasmodium falciparum malaria. Phytomedicine. Publikation im November 2020 zurückgezogen. Retraction DOI: 10.1016/j.phymed.2020.153304. Diese Arbeit wird nicht als Wirksamkeitsnachweis verwendet.
  13. World Health Organization (2019): The use of non-pharmaceutical forms of Artemisia. WHO/CDS/GMP/2019.14, Genf, 10. Oktober 2019. https://www.who.int/publications/i/item/WHO-CDS-GMP-2019.14
  14. Ministère de la Santé (Frankreich): Recommandations sanitaires pour les voyageurs 2025 – Abschnitt zu Artemisia-Präparaten und Malariaprophylaxe. https://sante.gouv.fr/IMG/pdf/recommandations_voyageurs_2025_27_juin.pdf

Anmerkung zur Quellenwahl: Die Quellen wurden nicht danach ausgewählt, ob sie eine bestimmte Position bestätigen. Berücksichtigt wurden Forschung aus Uganda, der Demokratischen Republik Kongo, China, experimentelle Pflanzenforschung, Humanstudien, klinische Beobachtungen, pharmakologische Arbeiten sowie behördliche Stellungnahmen. Negative, widersprüchliche und zurückgezogene Ergebnisse werden kenntlich gemacht.

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